Physiotherapie am Candidplatz

Wichtige Information zur Preisgestaltung für Privatpatienten

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

 

in letzter Zeit wird seitens der privaten Krankenversicherungen vermehrt versucht, die Erstattungen im Heilmittelbereich zu senken - leider wider besseres Wissen. Darauf möchten wir Sie schon zu Behandlungsbeginn hinweisen! Wir bitten Sie daher, vorab zu überprüfen, welchen Tarif Sie gewählt haben, um möglichen Überraschungen beim Einreichen der Rechnung bei Ihrer Kasse vorzubeugen. Eventuell haben Sie einen Tarif mit Selbstbeteiligung, schlechter honorierten Heilmittelsätzen (Beihilfeniveau) oder gar einer Leistungsbeschränkung. Aber nicht nur diese Aspekte können zu einer Benachteiligung führen, hinzukommen teilweise willkürliche Argumentationen einiger Privatkassen.

 

Folgende Begründungen zur Verweigerung der Kostenübernahme sind uns derzeit bekannt:

 

Fall 1: „Ihr Physiotherapeut ist zu teuer; versuchen Sie eine Behandlung auf „Beihilfeniveau“ zu erhalten und diese ebenso abzurechnen!“

Natürlich wird bei dieser Argumentation verschwiegen, dass die Beihilfeverordnung des Bundes für seine Beamten seit circa 10 Jahren in diesem Bereich unverändert blieb. Der Bundesminister des Inneren hat sogar in einer Pressemitteilung verlauten lassen, dass Beamte, ebenso wie gesetzlich Versicherte, eine Zuzahlung zu leisten hätten. Aus der Bezeichnung „Beihilfe“ allein ergibt sich bereits deren Sinn: Eine Beihilfe zu einem offensichtlich höheren Preis. (siehe auch: http://www.privatpreise.de/faqs-haeufige-fragen/beihilfe/)

 

Fall 2: „Ihr Therapeut rechnet nicht nach den GOÄ-Sätzen ab.“

GOÄ = Gebührenordnung für Ärzte. Da wir keine Ärzte sind, trifft diese Argumentation nicht auf unseren Berufsstand zu.

Man könnte vermuten, dass manche Versicherungsgesellschaften in den letzten Jahren versucht haben, ihren Versicherten Erstattungslisten nach GOÄ oder ähnlich unverständlichen Versicherungsbedingungen „unterzujubeln“. Tatsächlich mussten wir feststellen, dass viele Versicherungsnehmer wohl ungenügend informiert wurden.

 

Zu diesem Fall existieren unzählige einschlägige Urteile der deutschen Rechtsprechung.

 

Beispielhaft seien zwei dazu aufgeführt:

 

LG Köln, 14.10.2009 (AZ: 23 O 424/08)

 

Auszug aus der Urteilsbegründung:

 

"...Die Beklagte [Krankenversicherung] kann sich auch nicht darauf berufen, zur Kürzung der zu erstattenden Beträge berechtigt zu sein. Eine Kürzung auf der Grundlage des Heilmittelverzeichnisses LEVP07/03 der Beklagten kommt nicht in Betracht. Denn es ist weder vorgetragen, noch ersichtlich, dass diese wirksam in den Versicherungsvertrag einbezogen worden wäre. Auch eine Kürzung auf die beihilfefähigen Höchstsätze, die den Sätzen des Heilmittelverzeichnisses entsprechen, unter dem Gesichtspunkt der üblichen Vergütung gemäß § 612 II BGB, kommt nicht in Betracht (vgl. insoweit auch LG Köln 23 O 380/08 - Urteil vom 17.06.2009 n.v.). Denn die beihilfefähigen Höchstsätze stellen keinen Anhaltspunkt für die übliche Vergütung physiotherapeutischer Behandlungen dar.“

 

AG Frankfurt, 30.03.2009 (AZ: 29 C 2041/07-86)

 

Auszug aus der Urteilsbegründung:

 

”...Die Behauptung der Beklagten [Krankenversicherung], die abgerechneten Beträge seien überhöht, ist nicht hinreichend substantiiert. Die stete Bezugnahme auf die beihilfefähigen Höchstsätze vermag einen An-griff nicht zu begründen, da es auf die Üblichkeit und Angemessenheit der Preise für die Privatversicherten ankommt.“

 

Absatz

 

Diese Auflistung lässt sich beliebig fortführen. Bei Interesse besuchen Sie die Seite im Web: www.privatpreise.de

 

Hier hat sich in dankenswerter Weise ein kompetenter Herr mit der Materie beschäftigt. Er räumt Ihnen ausdrücklich ein, die von ihm vorformulierten Musterbriefe und Argumentationen zu verwenden.

 

Fall 3: „...können wir nur die üblichen Tarife erstatten...“

Der Gesetzgeber sieht das zum Glück anders: „Unter übliche[r] Vergütung verstehen der Gesetzgeber und die Rechtsprechung die ortsübliche Vergütung."

Die Ermittlung der ortsüblichen Preise im Umkreis wird hier eindeutig beschrieben.

 

Sonstige Argumente der Versicherungen, die manchmal herangezogen werden, sind nichtig, da in unserer Praxis ...

 

- für Privatversicherte - im Unterschied zu Kassenpatienten - längere Behandlungszeiten gelten

- Kinesio-Tapes zur Optimierung der Behandlung kostenfrei angelegt werden.

- ein deutlich höheres Ausbildungsniveau der Therapeuten vorliegt, als es standardmäßig für die Eröffnung einer „Kassenpraxis“ nötig wäre.

- eine weit über den Mindestnormen der Kassenzulassung liegende Praxisausstattung den Behandlungserfolg unterstützt.

- Handtücher und Laken für Sie kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

- ein Preisniveau herrscht, das sich im Rahmen der Ortsüblichkeit bewegt. Das Argument, gegen die ortsübliche Preisgestaltung" zu verstoßen, greift daher keinesfalls.

 

Aus unserer Sicht erscheint es ratsam, bei Ihrer Versicherung unnachgiebig auf die Erstattung Ihnen verordneter Heilmittel zu beharren.

 

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Herzliche Grüße

 

Ihr PAC-Team

 

 

PAC - Physiotherapie am Candidplatz - im Ärztehaus - Candidplatz 13 - 81543 München

Tel: +49 89 62447700

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